Mors certa – hora incerta?

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Der Tod ist gewiß – aber die Stunde? Über diese und viele andere Fragen des Todes hat der berühmte französische Philosoph Vladimir Jankelevitch gründlich nachgedacht.

Was aber nun unseren Todestag anbelangt, so führen uns pfiffige Versicherungsmathematiker mit statistisch relevanter Sicherheit ziemlich nah ans Ziel, nämlich zum genauen Zeitpunkt unserer schwersten Stunde. Es ist doch hübsch, nicht nur den Geburtstag, sondern auch den Tag zu wissen, an dem uns Freund Hein einst besuchen kommt. Oder etwa nicht?

Dann rechnen Sie mal nach!

 

Art of Being … Dead

https://i1.wp.com/www.literaturhaus-freiburg.de/wp-content/uploads/2018/09/slideGroup_282308_0_bw.jpgZeichnung: © Andreas Töpfer

„Klopfte man an die Gräber und fragte die Toten, ob sie wieder aufstehen wollten; sie würden mit den Köpfen schütteln.“ – Arthur Schopenhauer

Wie begegnen wir Freund Hein, diesem „Skandal der Schöpfung“ (Elias Canetti)? Mit Anstand? Verzweiflung? Stoischer Ruhe? Gründen Selbstmordvereine? Nach einer Wiederaufnahme von „Art of Being … Lazy“ (09.10., 20:15, Passage 46) widmen sich die Freiburger Autoren Jürgen Reuß und Stephan Kuß in der neuesten Ausgabe der Reihe den letzten Dingen.

Vertreter*innen der Weltliteratur wie Virginia Woolf, Joan Didion, Wolfgang Herrndorf, Lew Tolstoj und Daniel Kehlmann berichten von Begegnungen der letzten Stunde – manchmal auch von der Zeit danach. Mitgestaltet wird das literarische Endspiel wie stets von Schauspieler*innen des Theater Freiburg.

Datum: 05.12.2018, 20:15 Uhr
Ort: Theater Freiburg, Passage 46, Bertoldstraße 46

Art of Being … Lazy – Reloaded

Schöne Nachricht für alle Fans: Art of Being geht im Herbst weiter. Nächster Termin: 9. Oktober in der Theaterpassage.

„Alle guten Dinge haben etwas Lässiges und liegen wie Kühe auf der Wiese.“ – Friedrich Nietzsche

Nehmt das, ihr Selbst- und Fremdausbeuter, Arbeitsmoralisten, Ich-AGler, Turbokapitalisten und Ego-Optimierer und – lasst los. Zur Wiederaufnahme in der Theater-Passage drehen die Freiburger Autoren Jürgen Reuß und Stephan Kuß Weltliteratur erneut zu einem launigen Joint.

Art of Being Lazy

Garantiert rauchfreies Tune-in, absolut legales Drop-out. Ein lazy blend aus fein geschnittenen Texten unter anderem von Iwan Gontscharow, Herman Melville, Robert Walser, Evelyn Waugh, Georges Perec, J. J. Voskuil, Haruki Murakami, Beatles und Ror Wolf. Mitgestaltet wird der leichtfüßige Leseabend von Schauspielern des Theater Freiburg.

Das ist ja der Gipfel!

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Jodelschnepfe! – Winselstute! – Ratte! Der Firnis der Zivilisation ist dünn. Auch der Kleinbürger ist, wie Loriot uns beweist, für plötzliche Rückfälle in archaische Verhaltensmuster durchaus anfällig. Manchmal reichen Kleinigkeiten (etwa ein fehlendes Zitronencremebällchen), um aus einer gepflegten Unterhaltung am Restauranttisch ruckzuck einen geifernden Wutbürgerstammtisch zu machen.

„Was sagt der Kerl?“

Sagt er das zu mir? Das ist doch stark! Das kann ich mir nicht gefallen lassen! Ah, so ein Ton! Da hört sich doch alles auf! Sie, halten Sie das Maul! (Artur Schnitzler, „Leutnant Gustl“)

Die Welt ist voller Kerle mit einer ordentlichen Portion Wut im Bauch. Hypertoniker der Marke Kohlhaase oder Gustl hat es zu allen Zeiten gegeben. (Und nicht nur in der Literatur.) Auch in den 70er Jahren mußten sich selbst gutmütige Mitbürger vor ziemlich schlecht gelaunten Chauffeuren in acht nehmen.