Geld ist der größte und beste Problemlöser, den die Menschheit kennt

– und jeder, der euch etwas anderes erzählen will, ist ein Haufen Scheiße. Ich bin sogar bereit zu wetten, dass jeder, der das behauptet, noch nie einen beschissenen Dollar auf dem Konto hatte! Es sind immer die gleichen Leute, die solche wertlosen Ratschläge ausspucken ‐ das sind immer arme Schlucker, die diese lächerliche Scheißschlinge auslegen wollen, Geld sei die Wurzel allen Übels, und Geld würde einen korrumpieren. Das ist doch ein Haufen Pferdekacke! Geld zu haben ist wundervoll! Und Geld zu haben ist Pflicht! Ich möchte, dass ihr all eure Probleme bewältigt, indem ihr reich werdet!(Jordan Belfort, Wolf der Wall Street)

 

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„Spekulation ist die eigentliche wirtschaftliche Schöpferkraft“

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Wer sagt das? Das Wall Street Journal? Nein, Pierre-Joseph Proudhon, Anarchist und Soziologe, lobte die Börse über den grünen Klee:

Nach der Natur der Dinge selbst ist die Spekulation im höchsten Grade freiwillig, unzwingbar, von der Macht nicht zu unterdrücken, mit einem Worte völlig frei. Unendlich in ihren Mitteln wie Zeit und Raum, allen ihre Schätze und Wunder bietend, eine überirdische Welt, die der erhabene Schöpfer den Forschungen der Sterblichen geöffnet hat. Wollte man diesen letzten und unfehlbaren Ort der freien Meinungsäußerung verdunkeln, so hieße das geradezu, in einer ägyptischen Finsternis regieren wollen, in einer so dichten Finsternis, daß die letzten Lichter verlöschen würden!

Der Name Pierre-Joseph Proudhon kommt Ihnen bekannt vor? Richtig, von ihm stammt auch das bekannte Bonmot: „Eigentum ist Diebstahl“!

Tonerl, mir war’s gnua

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Mehr brauchen mer nimmer. I hab’ mi allwei g’schunden, und jetzt will i mei Ruh, Himmi Sakrament. Mer vermieten’s Parterre und die zwoate Etasch, und dahier hamer a guate Wohnung und können a Schweinshaxen essen … und am Abend hab’ i’s Hofbräuhaus. I bin ka Protzen net und mag net allweil a Göld z’sammenscharrn; i mag mei G’müatlichkeit! Von morgen ab mach’i Schluß und wird’ Privatier!

Ein nachvollziehbarer Entschluss! Doch obgleich Herr Buddenbrook unnötige Risiken scheute und untertags Geschäfte vorzog, die ihn nachts ruhig schlafen ließen, war ihm das Gebaren seines gemütlichkeitsversessenen Schwagers Permaneder durchaus suspekt. Zu Recht, wie sich jetzt herausstellt. Denn in globalisierten Zeiten, in denen wirklich alles mit jedem zusammenhängt, kann eine weltstürzende Finanzkrise auch in scheinbar harmlosen Schenken ihren verhängnisvollen Anfang nehmen …

Money makes the world go round

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– Liza Minnelli bringt eine der grundstürzenden Wahrheiten des Kapitalismus auf den Punkt: Ohne Moos nix los. Das gilt nicht nur auf den Brettern, die immerhin die Welt bedeuten, das gilt in allen Kulturen, zu allen Zeiten. „Wir machen den Weg frei“, sagt die Volksbank. Emir Kusturica formuliert es in seinem Film „Schwarze Katze, weißer Kater“ noch etwas präziser: „Wenn du ein Problem hast, daß du nicht mit Geld lösen kannst – dann mußt Du es mit viel Geld lösen.“

Aber woher nehmen wenn nicht stehlen? Auch hierauf weiß Kusturica Rat. Wer aber jenseits ästhetisch ansprechenden Würfelns wissen will, wie man an ordentlich Zaster kommt, sollte auf keinen Fall die kommende Aufführung „The art of making money“ verpassen.

 

Art of … Making Money

Cut-up, mash-up, cash out

„Alle Menschen lieben das Geld: sie streicheln es. küssen es. drücken es ans Herz, wickeln es in schöne Tücher, hätscheln es wie eine Puppe oder singen ihm schöne Lieder.“ – Daniil Charms

Zeichnung: © Andreas Töpfer

Die Freiburger Autoren Jürgen Reuß und Stephan Kuß kassieren die Weltliteratur gnadenlos ab. Verjubeln sie an der Börse. Versilbern sie auf dem Rücken der Werktätigen. Verblasen die Scheine in rauchenden Fabrikschloten. Ein Blankoscheck unterschrieben unter anderem von Viktorija Tokarjewa, Ingo Schulze, Phebean Itayemi, William Gaddis, Giuseppe Tomasi di Lampedusa, Nikolai Wassiljewitsch Gogol, Halldór Laxness, Mochtar Lubis, Pierre-Joseph Proudhon und Evelyn Waugh. Mitgestaltet wird der höchst spekulative Abend von Schauspielern des Theater Freiburg.

Datum: 27.02.2018, 21 Uhr
Ort: Literaturhaus Freiburg, Bertoldstraße 17
Eintritt: 9/6 Euro

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